
Achtzehn Takte hintereinander, ohne dass mir die Lippen weggesackt sind – so eine Zahl hätte ich mir vor ein paar Wochen nicht zugetraut. Noch im Frühsommer war bei mir nach der Hälfte Schluss, der Ton brach weg wie eine schlecht geheftete Akte. Dass eine ehemalige Finanzbeamtin mit 50 noch mit dem Trompete lernen anfängt und darüber ein kleines Online-Tagebuch aus dem Münsterland schreibt, fanden manche in meiner Familie zuerst seltsam. Mittlerweile fragen sie eher, wie lange ich mit der Puste inzwischen durchhalte.
Eine Anmerkung vorab: Ich erzähle hier ehrlich von meinem Weg und verlinke die Kurse, die mich dabei begleiten. Wenn du darüber etwas kaufst, verdiene ich eine kleine Provision, ohne dass sich an deinem Preis etwas ändert. Ich schreibe wirklich nur über das, was bei mir im Gartenhaus tatsächlich funktioniert hat – oder eben nicht.
Seit meinem fünfzigsten Geburtstag im April, als ich meinem Nachbarn seine gebrauchte Trompete abgekauft habe, hat sich bei mir viel verändert. Aus der Finanzbeamtin, die sich nach dem Blockflöten-Trauma in der Schule für unmusikalisch hielt, wurde eine Frau, die abends versucht, nicht wie eine quietschende Zugbremse zu klingen, wenn sie die ersten Takte von Miles Davis' So What ansetzt.
Wenn die Lippen schon nach zehn Minuten aufgeben
Notenlesen war nie mein größtes Problem – da hilft die alte Akribie aus dem Finanzamt, wo ich jahrelang dicke Prüfberichte gewälzt habe. Die reine körperliche Ausdauer war es, die mich ausgebremst hat. Nach zehn Minuten war meistens Schluss, mein Ansatz brach einfach in sich zusammen, die Lippen wurden weich wie nasses Papier, und statt eines Tons kam nur ein enttäuschtes Zischen.

Also dachte ich, ich müsste die Lippenmuskulatur getrennt trainieren, ganz ohne das Instrument. Zwischenzeitlich habe ich stundenlang vor dem Badezimmerspiegel gestanden und reine Lippenübungen gemacht, ohne Mundstück, nur Luft und Anspannung. Es hat nichts gebracht. Auf der Trompete war ich danach genauso schnell platt wie vorher, nur dass meine Wangen jetzt zusätzlich schmerzten.
Richtig kippte die Stimmung, als ich unbedingt ein hohes G erzwingen wollte, weil ich dachte, nach ein paar Monaten müsste das doch klappen. Heraus kam ein Ton so schief und schrill, dass der Hund zwei Grundstücke weiter zu jaulen anfing. Das Mundstück fühlte sich speichelfeucht und rutschig an, und für einen Moment überlegte ich ernsthaft, ob nicht doch ein Cajon die ruhigere Wahl gewesen wäre, so wie in diesem Artikel über Cajon spielen lernen für Anfänger beschrieben. Aber nein – mir geht es um genau diesen kirchlichen Klang, den ich im Ohr habe, seit ich klein war.
Es fühlt sich ein bisschen an wie Schwimmen nach Jahren ohne Wasser: Die Bewegung ist noch da, aber die Ausdauer ist komplett weg, und nach zwei Bahnen merkt man, wie sehr die Muskeln das verlernt haben. Nur pusten allein bringt also nichts. Luftdruck und Lippenspannung müssen zusammenspielen, sonst ist nach wenigen Minuten wieder Ende.
Ein starrer Übungsplan funktioniert bei mir nicht
Vor ein paar Tagen hat Gundula mir wieder geschrieben – eine Leserin aus Dortmund, die seit Monaten überlegt, ob sie mit Trompete oder doch mit Cajon anfängt, und die nie etwas kauft, ohne genau zu verstehen, warum. Sie wollte wissen, warum ausgerechnet ein Online-Kurs und nicht einfach ein Buch oder eine App. Meine Antwort war länger, als ich dachte.
Bei mir kommt dazu, dass mein Alltag im Vorruhestand keinen festen Rhythmus mehr hat – manchmal übe ich vormittags, manchmal erst spätabends im Gartenhaus. Ein starrer Plan, der jeden Tag dieselbe Uhrzeit verlangt, bringt mich nur in Stress. Genau deshalb bin ich bei meineMusikschule Trompete geblieben: Ich übe, wenn meine Lippen so weit sind, nicht wenn ein Kalender es vorschreibt.
Wie genau ich dabei meine Lippenmuskulatur stärken kann, ohne sie zu überlasten, ist für mich inzwischen eher eine Frage der Planung als der reinen Kraft – gerade weil Regeneration bei einem unregelmäßigen Tagesrhythmus mehr zählt als die Uhrzeit, zu der ich übe.
Gundula schrieb danach nur zurück: Das klingt vernünftig. Typisch für sie – keine Begeisterungsstürme, aber auch kein Zweifel mehr.
Eine Online-Musikschule statt blindem Gepuste
In den ersten Wochen dachte ich, ich könnte mir das komplett selbst beibringen. Ich habe Clifford Brown gehört und versucht, seine Linien nachzuspielen – ein Desaster, mehr Krächzen als Melodie. Norbert Buschfeld, ein ehemaliger Kollege aus dem Finanzamt, saß einmal dabei und schüttelte nur den Kopf: Musik ohne feste Regeln, bei der man einfach drauflos spielt, findet er bis heute zutiefst verdächtig. Für ihn ist Jazz nichts weiter als geordnetes Chaos ohne Partitur.
Inzwischen folge ich lieber dem Aufbau der Online-Schule, Modul für Modul, so wie ich früher auch jede Steuerakte Feld für Feld durchgegangen bin. Wenn ich eine Lektion zur Luftführung nicht verstehe, spule ich einfach zurück, so oft ich will – das hätte mir mit einem Live-Kurs vor Ort nicht gepasst.
Diesen Aufbau habe ich schon einmal ausführlich in meinen Erfahrungen mit der Online Trompetenschule für Anfänger von meineMusikschule beschrieben. Wer eher zur Rhythmus-Seite tendiert, findet dort übrigens auch meineMusikschule Schlagzeug im gleichen Abo-Modell – meine Tochter hätte sich darüber als Teenager sehr gefreut, ich bin trotzdem bei Blech geblieben.
In Woche zehn kippt die Tonleiter nicht mehr
Etwas ist mir in der zehnten Woche passiert, das ich vorher kaum für möglich gehalten hätte. Ich habe die B-Dur-Tonleiter einmal rauf und einmal runter gespielt, ganz ohne dass irgendwo ein Ton gebrochen oder ich aus der Spur geraten bin. Kein Stolperer, kein Nachsetzen, einfach sauber durch. Ich saß danach eine Minute lang nur da und habe die Trompete im Schoß gehalten, bevor ich überhaupt begriffen habe, was gerade passiert war.
Mitte August ist die Luft im Münsterland mild, und ich merke, wie sich meine Lungenkapazität seit Wochen langsam verändert – wie genau, erkläre ich ausführlicher in meinem Text darüber, wie ich meine Lungenkapazität für die Trompete im Gartenhaus verbessere.
Geduld schlägt Kraft
Manchmal halte ich die Trompete einfach nur im Arm und denke an die Jahre im Amt zurück, wo jede Akte ihren festen Platz hatte. Hier im Gartenhaus ist nichts davon sicher, jeder Ton bleibt ein kleines Wagnis.
Die eine Sache, die ich aus diesen zehn Wochen mitnehme: Ausdauer kommt nicht davon, dass man sich mehr Kraft abverlangt, sondern davon, dass man der Erholung genauso viel Ernst entgegenbringt wie der Übung selbst. Wer das umdreht, überlastet sich – das habe ich am eigenen Mundstück gelernt.
Falls du selbst mit dem Gedanken spielst: Such dir eine Struktur, die sich deinem Alltag anpasst und nicht umgekehrt. Bei mir war genau das der Unterschied, den meineMusikschule Trompete gemacht hat. Alle Details und den aktuellen Stand findest du direkt auf deren Seite.
So, jetzt packe ich mein Blechle zurück in den Koffer. Vielleicht klappt nächste Woche sogar das hohe G, ohne dass die Nachbarschaft an die Feuerwehr denkt. Bis Sonntag.