
Ein Ton auf der Trompete, der wochenlang wegbricht wie ein zu dünner Faden, kann irgendwann einfach halten, ohne Vorwarnung, ohne dass du selbst weißt, warum. In diesem Anfänger-Tagebuch übers Trompete lernen mit fünfzig geht es um eine Online-Musikschule, die mir Struktur gegeben hat, wo vorher nur Krächzen war, und um das Gefühl, mit einem Instrument mit 50 noch mal bei null anzufangen.
Bevor es weitergeht, ein kurzer Hinweis: In diesem Text stecken Links zu dem Kurs, den ich seit Monaten nutze. Kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Ich schreibe hier nur über das, was tatsächlich bei mir im Gartenhaus auf dem Notenständer liegt.
Trompete lernen mit 50: Warum nicht das Schlagzeug der Tochter
Mit fünfzig hatte ich plötzlich ein Haus voller Zeit und keine Ahnung, wie man einen Mittwochnachmittag ohne Steuerformulare füllt. Die gebrauchte Trompete vom Nachbarn lag da schon eine Weile im Schrank, gekauft aus einer spontanen Laune heraus, kurz nachdem ich in Frührente gegangen war. Ein Blockflöten-Trauma aus der Grundschule hatte mich jahrzehntelang glauben lassen, ich sei einfach unmusikalisch — bis mir auffiel, dass der Klang, den ich wirklich mochte, immer der einer Trompete war: früher in der Kirche, später auf meinen alten Platten von Miles Davis. Kurz überlegt hatte ich auch, das alte Schlagzeug meiner Tochter zu übernehmen, oder es leiser mit einem Cajon-Kurs zu versuchen. Aber dieser strahlende, warme Ton ließ mir keine Ruhe, also habe ich mich für die Online Trompetenschule von meineMusikschule angemeldet.

Der erste Ton kam nicht — und was danach half
Drei 3 Ventile, dachte ich mir, sollten doch gegen eine vierhundertseitige Steuererklärung ein Kinderspiel sein — so viel Selbstironie muss sein, wenn man aus der Finanzverwaltung kommt. Der Kurs hat mich aber nicht mit einer Tonleiter abgeholt, sondern erst einmal nur mit dem Mundstück, tagelang, ohne die Trompete überhaupt anzufassen — reine Formsache mit den Lippen, mehr nicht. Mein Übungsraum ist ein schmales Holzhäuschen hinter dem Haus, mit einem wackligen Klappstuhl und einem gebrauchten Notenständer als einziger Ausstattung; im Winter hängt eine schwache Glühbirne einen orangenen Schein über die Noten, und die Kälte reicht manchmal, dass ich meinen eigenen Atem sehen kann, bevor ich überhaupt ansetze.
Nach einigen Wochen kam der erste Ton, der nicht wie eine sterbende Ente klang, sondern wie ein Bb — der Stimmton. Kein großer Moment, eher ein kurzes „ach, doch" für mich allein im Gartenhaus. Um daran weiterzuarbeiten, ohne dass das ganze Viertel mithört, übe ich seitdem regelmäßig Passagen aus wie ich durch leise Töne auf der Trompete mehr Kontrolle gewinne — zu Beginn keine Selbstverständlichkeit, inzwischen aber fester Teil jeder Übungsstunde.
Woche acht: Die Zeile, die endlich ohne Bruch durchkam
Acht Wochen im Kurs, und dann kam die Zeile, die ich nicht erwartet hatte. Ich spielte irgendwann so nebenbei die ersten Takte von „Happy Birthday" durch, weil im Haus jemand Geburtstag hatte, und keiner der Töne knickte weg. Kein Krächzen, kein Abbruch mitten in der Melodie — die Zeile kam einfach durch, glatt, als hätte sich mein Ansatz über Nacht neu sortiert. Vermutlich war es einfach die Summe der Lippenmuskulatur-Übungen, die ich seit Wochen nebenbei mache, ohne dass sich das nach viel angefühlt hätte. Norbert, mein alter Kollege aus dem Finanzamt, rief wie jeden Sonntag an und fragte, wie die Woche war — mehr aus Gewohnheit, glaube ich, als aus echtem Interesse an Trompetenmusik —, aber ich habe ihm trotzdem erzählt, dass eine ganze Melodiezeile ohne Bruch durchgekommen war.

Was die Atmung aus dem Tai-Chi-Kurs nicht konnte
Geholfen hat mir dabei übrigens nicht das, was ich erwartet hätte. Ich hatte versucht, die Bauchatmung aus einem Tai-Chi-Kurs, den ich nebenbei besuche, eins zu eins auf die Trompete zu übertragen — in der Annahme, ruhiger Atem sei ruhiger Atem, egal wobei. War er nicht. Die Luftführung gegen den Widerstand des Mundstücks funktioniert anders, und nach spätestens zwei Zeilen war mir die Puste weg, obwohl ich mich beim Tai-Chi nie außer Atem fühle. Samstags, wenn ich über den Domplatz-Wochenmarkt schlendere und Gemüse für die Woche aussuche, denke ich manchmal genau darüber nach — wie unterschiedlich der Körper auf zwei Dinge reagiert, die sich von außen so ähnlich anfühlen. Eine Leserin aus Dortmund, Gundula Preiß, hat mir genau deswegen mal geschrieben: Sie schwankt noch zwischen Trompete und Cajon und meldet sich nach jedem Tipp kurz zurück, was sie ausprobiert hat. Ihr habe ich geraten, sich nicht auf fremde Atemtechniken zu verlassen, sondern einfach mit dem Instrument selbst zu arbeiten, das sie am Ende wirklich spielen will.
Abo oder Einmalkauf: Was sich für mich gerechnet hat
Das Abo-Modell von meineMusikschule passt gut zum Einstieg. Man zahlt monatlich einen Betrag, der nicht wehtut — ungefähr das, was ein entspanntes Abendessen beim Italiener kostet —, und genau das nimmt den Druck raus. Merke ich, dass die Trompete doch nichts für mich ist, kündige ich einfach, ohne mich an irgendetwas gebunden zu fühlen.
Rechnet man die Monatsbeiträge über ein ganzes Jahr zusammen, kommt allerdings mehr zusammen als bei einem einmaligen Kurs wie dem Schlagzeug-Kompaktkurs von RudiHein, bei dem man einmal zahlt und dafür dauerhaft Zugriff behält. Wer jeden Tag diszipliniert übt und ziemlich sicher weiß, dass er auch in drei Jahren noch dabei ist, fährt mit einem Einmalkauf am Ende oft günstiger. Für mich war das Abo trotzdem die richtige Entscheidung, weil ich anfangs selbst nicht wusste, ob ich durchhalte, und die Kündigungsoption sich anfühlte wie eine Rückversicherung fürs eigene Durchhaltevermögen.
Mein Fazit aus dem Gartenhaus
Schwimmen nach zwanzig Jahren Pause fühlt sich vermutlich ähnlich an wie das hier: Der Körper erinnert sich an Dinge, von denen der Kopf längst nichts mehr wusste, aber es dauert, bis das Vertrauen zurückkommt. Genauso ist es mit dem langen Atem, den ich mir über gezielte Übungen erarbeite, zum Beispiel über wie ich meine Lungenkapazität für die Trompete verbessere. Was am Ende bleibt, ist eine einzige Lektion, die ich jedem weitergeben würde, der mit fünfzig oder später neu anfängt: Ein sauber gehaltener Ton kommt nicht aus Ehrgeiz, sondern aus einer Struktur, an der man festhält, wenn die Motivation für eine ganze Woche komplett verschwunden ist.

Wenn du auch überlegst, mit fünfzig noch mal etwas komplett Neues zu beginnen: Trau dich einfach. Die Trompeterschule von meineMusikschule war für mich der richtige Einstieg, weil sie strukturiert ist und man sich dabei nie allein gelassen fühlt. Zieht es dich eher zum Rhythmus, wirf einen Blick auf das Schlagzeug-Abo derselben Schule — das Prinzip dahinter ist identisch und genauso gut aufgebaut.
Ich bleibe bei meiner Trompete. Auch wenn Töne manchmal noch kippen und das Mundstück nach jeder Übungsstunde speichelfeucht ist: das Gefühl, wenn ein Ton wirklich so klingt wie in meiner Erinnerung aus der Kirche, ist es wert, jeden Sonntagabend wieder ins Gartenhaus zu gehen.
meineMusikschule Trompete
Vorteile
- ● Sehr klarer, logischer Aufbau für absolute Anfänger
- ● Flexibles Monatsabo ohne lange Bindung
- ● Hochwertige Videos, die man im eigenen Tempo schauen kann
- ● Perfekt für Späteinsteiger ohne musikalische Vorkenntnisse
Nachteile
- ✘ Abo-Kosten summieren sich bei sehr langer Lernzeit
- ✘ Erfordert viel Eigenmotivation ohne Lehrer vor Ort