Erste Trompete

Miles Davis Sound auf der Trompete: Tipps für einen sanften Klang als Anfänger

Der leise, weiche Ton, für den Miles Davis berühmt ist, ist für Anfänger nicht der leichtere Weg – aber das glaubt fast jeder, der mit der Trompete anfängt. Auch mir ging es am Anfang genauso.

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Der Irrtum, dem fast jeder Trompeten-Anfänger zuerst verfällt

Der Klang von Miles Davis klingt, als würde er kaum Luft brauchen – fast wie ein Flüstern durchs Metall. Der Ansatz dahinter – wie die Lippen im Mundstück liegen – ist ein eigenes Thema, das eine ausführlichere Erklärung verdient, als ich hier geben kann. Genau dieser luftige Eindruck führt zu einem Irrtum, den ich immer wieder höre: weniger pusten, gleich weniger Kraft, gleich einfacher.

Volker aus meinem Trompeten-Forum hat mir das genauso erklärt, mit der festen Überzeugung eines Mannes, der sonst nie danebenliegt. Auf Alben wie Kind of Blue hört sich das für Außenstehende ja auch genau so an.

Nur: Genau das Gegenteil ist wahr. Ein Ton so weich zu halten, dass er nicht zerfranst, braucht mehr Kontrolle, nicht weniger.

Warum weniger Luft nicht automatisch weniger Aufwand bedeutet

Warum die Trompete in B gestimmt ist, habe ich an anderer Stelle aufgeschrieben – und Noten lesen zu lernen ist noch mal eine eigene Umstellung, wenn man vom Klavier oder der Blockflöte kommt.

Beim Miles-Davis-Klang zählt nämlich nicht die Höhe an sich, sondern der weiche Einstieg in den hohen Ton – laut hoch spielen kann fast jeder lernen, leise hoch ist die eigentliche Kunst. Wie man hohe Töne zu lernen ohne festzudrücken übt, ist deshalb ein eigenes Kapitel für sich, das ich hier nur kurz anreiße.

Druck, Stütze und der Unterschied, den kaum einer erklärt

Meine Zahnspange hat mir das schmerzhaft beigebracht: Wer das Mundstück fest andrückt, schneidet sich an den Brackets die Lippen auf. Also musste ich lernen, ganz ohne Druck auszukommen.

Wo genau die Stütze für den Atem herkommt, ist noch mal ein eigenes Übungsfeld, das mehr Platz braucht, als ich ihm hier geben kann. Auch die Wahl des richtigen Mundstücks spielt mit rein, aber auch das ist eine andere Geschichte.

Den Ton fließen lassen, statt ihn zu stoßen

Es ist wie eine ruhige Runde auf der Promenade um die Münsteraner Altstadt zu drehen, statt einfach loszutreten: Das gleichmäßige, kontrollierte Tempo zu halten ist anstrengender, als schnell in die Pedale zu treten.

Nichts macht diesen fließenden Ton kaputt wie ein Ventil, das mitten im Lauf hakt – Was man tun kann, wenn die Ventile hängen, habe ich mir mühsam selbst beigebracht, mitten in einem misslungenen Versuch bei 'So What'. Genauso wichtig ist das Einspielen: Meine Übungen zum Einspielen dauern inzwischen oft länger als das eigentliche Stück danach.

Wie oft man das am besten übt, ist wieder eine ganz eigene Rechnung, die von Mensch zu Mensch anders ausfällt.

Damit ich dabei nicht einfach wild draufhauche, arbeite ich mit einem Online-Kurs, der mir sagt, worauf ich an einem bestimmten Tag den Fokus legen soll: meineMusikschule Trompete. Auf dem Tablet im Gartenhaus sehe ich genau, wie der Lehrer die Lippen hält, und kann die Stelle so oft zurückspulen, wie ich will.

Was im Gartenhaus wirklich nicht funktioniert hat

Was definitiv nicht funktioniert hat: eine ganze Stunde am Stück durchüben, jeden Tag, ohne eine einzige Pause dazwischen. Nach zwei Tagen war der Ansatz komplett hin – die Lippen fühlten sich an wie nach einem Zahnarztbesuch, taub und unbrauchbar für alles, was nach Musik klingen sollte.

Inzwischen halte ich im Gartenhaus lange Töne, bei denen kein Zischen mehr mitschwingt – nur noch der Ton selbst, klar und rund, ohne dass irgendwo Luft vorbeipfeift.

Bei so langen, leisen Passagen sammelt sich mehr Kondenswasser im Rohr, als man denkt – Wasser aus der Wasserklappe abzulassen gehört inzwischen zur festen Routine vor jeder längeren Übung.

Meine Nachbarin Hedwig hört das offenbar auch am Zaun – manchmal steht auf einmal ein Pflaumentörtchen auf dem Mäuerchen, ohne ein Wort dazu, nur weil es aus dem Gartenhaus gerade gut geklungen haben muss.

Schlagzeug oder Trompete

Kurz überlegt hatte ich das schon, bevor die Trompete es wurde – meine Tochter hätte sich sicher gefreut, wenn ich mich für meineMusikschule Schlagzeug entschieden hätte, so wie sie es sich früher gewünscht hat. Für alle, die es lieber leise mögen, gibt es außerdem einen Cajon-Kurs – aber mich hat am Ende doch der eine bestimmte Ton nicht losgelassen, der nur mit Blech funktioniert.

Welche Grifftabelle zu welchem Ton gehört, ist eine eigene Übersicht für sich, die ich hier nicht wiederhole – nur so viel: Fingerübungen helfen dabei, dass die Finger nicht zur Bremse werden, während der Ton eigentlich fließen soll.

Wer den Miles-Davis-Klang üben will, sollte also nicht weniger pusten, sondern gleichmäßiger – und die Lippen so locker lassen, wie es die Zahnspange, das Mundstück oder der eigene Ansatz gerade zulassen. Wenn du magst: Hier geht es zu meineMusikschule Trompete.

Deine (trompetende) Schwester aus dem Münsterland.

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