Erste Trompete

Vergleich: Alleine Trompete lernen oder mit einem strukturierten Online Kurs

Anfängerin über 50 vergleicht alleine Trompete lernen mit einem strukturierten Online-Kurs
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Sieben Töne. Mehr braucht die erste Zeile von „Happy Birthday" nicht, und in der vierten Woche, seit ich mit fünfzig noch einmal ganz neu Trompete lernen wollte, habe ich sie zum ersten Mal komplett durchgespielt, ohne dass mir die Luft ausging oder ein Ton kratzte. Ich saß danach einfach da, das Mundstück noch an der Lippe, und habe fünf Minuten gebraucht, um zu begreifen, dass mir das wirklich gelungen war.

Bevor ich weiterschreibe: Ich verlinke in diesem Text auch Online-Kurse, für die ich eine kleine Provision bekomme, wenn du darüber kaufst. Am Preis für dich ändert das nichts, und ich schreibe hier ausschließlich über das, was ich selbst zwischen Gartenhaus und Küchentisch ausprobiert habe.

Der erste Ton allein im Gartenhaus

Mit fünfzig zum ersten Mal ein Instrument in der Hand zu halten, fühlt sich an wie nach Jahrzehnten wieder ins Wasser zu steigen: Die Arme erinnern sich an nichts mehr. Vorher hatte ich nur die Blockflöte in der Grundschule gespielt, und die hatte mir vor allem beigebracht, dass ich für unmusikalisch gehalten wurde, von der Lehrerin und irgendwann auch von mir selbst.

Also fing ich an wie vermutlich die meisten: mit kostenlosen Videos, in denen freundliche junge Männer erklären, wie das Mundstück angesetzt gehört. Der Ansatz - das Zusammenspiel von Lippen, Muskeln und Luftdruck, das erst zum Ton wird, wenn alles zusammenpasst - klang in der Theorie einleuchtend. In der Praxis kam vor allem ein gepresstes Fauchen heraus, und meine Wangen brannten, als hätte ich den ganzen Nachmittag auf einem Strohhalm gekaut.

Nahaufnahme der drei Ventile einer gebrauchten Trompete beim Üben als Anfängerin

Warum die kostenlose Trompeten-App nach zwei Wochen nicht mehr weiterhalf

Nach ein paar Tagen mit wahllosen Videos habe ich mir eine kostenlose Trompeten-App heruntergeladen, die mir zumindest eine Reihenfolge versprach. Die ersten beiden Wochen liefen gut: kleine Übungen, ein Fortschrittsbalken, das Gefühl, dass jemand einen Plan hat. Dann hörte die App einfach auf zu erklären. Sie wiederholte dieselben Übungen mit anderer Melodie, ohne mir je zu sagen, warum meine hohen Töne kippten oder wie ich die Atmung so einteile, dass ein Ton nicht nach wenigen Sekunden erstirbt. Für eine ehemalige Finanzbeamtin, die jahrzehntelang in Formularen und Paragrafen gedacht hat, war das kein Kurs mehr, sondern ein Zufallsgenerator.

Reicht ziellose Übung, oder braucht es einen Online-Kurs mit rotem Faden?

In einer Woche wollte ich unbedingt den Miles Davis Sound auf der Trompete hinbekommen, in der nächsten interessierte mich plötzlich nur noch, warum die Trompete in B gestimmt ist. Zwischen diesen beiden Fragen lag kein roter Faden, nur meine eigene Ungeduld. Am Domplatz-Wochenmarkt erzählte mir neulich eine Standbesitzerin, bei der ich seit Jahren Käse kaufe, dass ihr Enkel Klavier lernt und jede Woche dieselben drei Übungen macht, bevor er überhaupt an ein ganzes Stück denken darf. Das blieb hängen. Struktur bedeutet eben, Dinge in einer Reihenfolge zu tun, die man selbst nicht immer einsieht.

Also probierte ich testweise meineMusikschule Trompete, ohne große Erwartung, eher aus Erschöpfung als aus Überzeugung. Die ersten Lektionen waren fast enttäuschend simpel: einatmen, den Ton halten, wieder einatmen. Aber genau da lag der Unterschied zur App: hier baute jede Übung auf der vorherigen auf, statt einfach eine neue Melodie über dasselbe ungelöste Problem zu legen. Zum Einspielen gehörte plötzlich eine feste Reihenfolge statt einer zufälligen Auswahl, und ich lernte auch, wie ich die drei Ventile ölen und ab und zu am Stimmzug leicht ziehen sollte, damit der Ton nicht immer einen Hauch zu hoch klingt.

Noten lesen musste ich nebenbei auch neu lernen, obwohl ich als Kind mit der Blockflöte schon einmal damit angefangen hatte, nur dass ich nach jahrzehntelanger Pause wieder bei Viertelnoten anfing, wie bei einer fremden Handschrift, die man früher einmal konnte. Die Grifftabelle mit den Ventilkombinationen klebt bei mir auf einem Zettel neben dem Notenständer, weil ich sie mir einfach nicht in vier Wochen merken konnte. Und das Mundstück-Buzzing für Trompete übe ich inzwischen fast jeden Tag, auch wenn es sich anfangs anfühlte, als würde man absichtlich albern klingen.

Laptop mit strukturiertem Online-Trompetenkurs auf dem Schreibtisch neben einem Mundstück

Schlagzeug, Cajon und die Versuchung nebenan

Im Kursportal gibt es natürlich auch andere Rhythmus-Angebote, und die haben mich zwischendurch abgelenkt. Meine Tochter wollte als Teenager unbedingt ein Schlagzeug, und ich dachte kurz an meineMusikschule Schlagzeug, mit Mesh-Heads und Kopfhörer wäre das im Gartenhaus für die Nachbarn kein Problem gewesen. Einen Moment lang lockte auch ein Cajon-Kurs, einfach weil eine Kiste zum Draufsitzen leiser ist als jedes Blechblasinstrument.

Eine Nachbarin, die seit Jahren im Kirchenchor der Lambertikirche singt, hat mich neulich gefragt, warum ich mir mit fünfzig ausgerechnet das schwierigste Instrument im Haus ausgesucht habe. Die ehrliche Antwort: wegen genau diesem Klang aus der Kirche meiner Kindheit, der bei keinem Schlagzeug und keinem Cajon nachkommt. Trommeln kann vieles tragen, aber nicht diese eine, klare Linie, die eine Trompete durch einen Raum zieht.

Als ich es zum ersten Mal schaffte, die erste Tonleiter auf der Trompete sauber durchzuspielen, ohne dass sich mein Hals dabei verkrampfte, wusste ich, dass ich richtig lag. Kein Trommelwirbel und keine Kiste zum Draufsitzen gibt einem dieses Gefühl.

Wie oft ich üben sollte, hat mir am Anfang niemand gesagt, die App schwieg dazu, und ich übertrieb es lieber, als zu wenig zu tun. Der Kurs hat mir dagegen einen festen Rhythmus vorgegeben, kurze Einheiten statt Marathon-Sessions, und seit ich mit Metronom übe, kippt mein Taktgefühl nicht mehr bei jedem zweiten Takt.

Notenständer mit Trompete vor dem Fenster in der Abenddämmerung, Symbolbild für Trompete lernen als Anfängerin

Was ich aus der vierten Woche mitnehme

Der Vergleich zwischen alleine lernen und einem strukturierten Kurs klingt nach einer nüchternen Entscheidung, aber bei mir war es eher ein Eingeständnis: Ich wollte nicht wieder monatelang selbst herausfinden, was ich falsch mache. Wenn du auch überlegst anzufangen, ist die Lektion, die ich aus diesen vier Wochen mitnehme, vielleicht diese hier: Freiheit hilft dir wenig, solange du nicht weißt, wovor du eigentlich stehst. Erst als mir jemand sagte, was ich in welcher Reihenfolge üben sollte, wurde aus wildem Herumprobieren echter Fortschritt, und die sieben sauberen Töne von „Happy Birthday" waren der erste Beweis dafür.

Wenn dich dieser Weg auch reizt, schau ihn dir in Ruhe an, gerade ein flexibles Monatsabo macht es leicht, es ohne großes Risiko auszuprobieren, so wie ich es getan habe. Und falls dich eher der Rhythmus statt das Blech lockt, findest du weiter unten auch die Schlagzeug- und Cajon-Alternativen, die ich mir angesehen und am Ende doch nicht gewählt habe.

Deine große Schwester aus dem Münsterland.

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Vorteile

  • ● Perfekte Struktur für absolute Anfänger ohne Vorkenntnisse
  • ● Flexibles Monatsabo – ideal, um es ohne Risiko auszuprobieren
  • ● Schritt-für-Schritt-Anleitungen verhindern falsche Angewohnheiten
  • ● Professionelle deutsche Lehrer, die wissen, worauf es ankommt

Nachteile

  • ✘ Man muss die Disziplin aufbringen, das Abo auch wirklich zu nutzen
  • ✘ Ersetzt natürlich keinen Lehrer, der direkt neben einem steht und die Haltung korrigiert
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